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Die ev. Kirche, das alte Rathaus und der Marktplatz
Das Reichenbache r Wappen von 1938
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Reichenbach früher
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Die Webseite der Gemeinde Lautertal / Odenwald zum Jubiläumsjahr
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Wir schreiben das Jahr 2800 vor Christus. Eine Gruppe jungsteinzeitlicher Jäger streift durch die lichten sommerlichen aus Erlen, Linden und Eichen bestehenden Wälder des Lautertals auf der Jagd nach dem Auer- ochsen, der ihnen und ihren Familien für viele Wochen die Angst vor dem Hunger nehmen soll.
So oder so ähnlich könnte es damals ge- wesen sein, das belegen die Lesefunde der Steingeräte und Steinkeile, die der Archäologe Chr. Thomas bereits vor 1904 in allen Dörfern des Lautertals gefunden hat. Leider sind große Teile seiner Sammlung heute verschollen.
Während an der Bergstraße (lat. strata montana) viele Völkerstämme durchzogen und vielleicht auch sesshaft wurden, während Bronze- und Eisenzeit vergingen, wurde unsere Heimat wohl von Norden her vom germanischen Volk der Sueben (Schwaben) erobert, die ihrerseits die Kelten hinter den Rhein zurückdrängten. Im ersten Jahrhundert nach Christus drangen die Römer von Gallien her ein und umgaben ihre neu eroberte Besitzung, den Odenwald, im Osten und Norden mit einem mächtigen Grenzwall, dem Limes, der ihren Machtbereich gegen die Einfälle feindlicher Germanenstämme schützen sollte. Die Römer schufen eine Infrastruktur, bauten Straßen und Gutshöfe und verstanden es, den Diorit des Felsbergwaldes (Volksmund: Granit) zu spalten, zu sägen und zu behauen. Mit dieser Arbeit fuhren sie sogar noch fort, als ca. 260 n. Chr. die Alemannen im Odenwald einfielen. Das heißt, nach der Landnahme dürften zwischen beiden Völkern friedliche Beziehungen geherrscht haben.
496 besiegt der Franke Chlodwig die Alemannen und gibt das Lautertal an seine Mark Bensheim, unter die Herrschaft eines Gaugrafen. Ein solcher Gaugraf, Kankor, schenkt 764 mit seiner Mutter Williswinda ein Landgut auf einer Weschnitzinsel bei Lorsch an Erzbischof Chrodegang von Metz. Dieser baute das Gut zu einem Kloster aus und wurde sein erster Abt.
774 wurde das Kloster im Beisein Karls des Großen feierlich eingeweiht, seine Torhalle,
die „Königshalle“, zeugt noch heute von einstiger Größe.
Karl der Große verlieh dem zum Reichs- fürsten erhobenen Abt die Großmark Heppenheim mit der Mark Bensheim, so kam auch das Lautertal unter die Herrschaft des Klosters.
Am 12. Mai 1012 schließlich schenkte Kaiser Heinrich II. dem Abt Bobbo von Lorsch dann auch den Wildbann, d. h., die Rechte an Wald und Wild im Odenwald. Die daraufhin gefertigte Urkunde nennt unser Dorf „Richinbach“ zum ersten Male. Sicher hat hier bereits vorher eine Ansiedlung bestanden, aber im Lorscher Codex finden wir dies zum ersten Mal schriftlich bestätigt.

Reichenbach war der Sitz einer Wildhube, ein Dienstgut, dessen Verwalter aus dem niederen Adel stammte. Hier durfte der Jagdherr, die Klosterherren, jederzeit einkehren und der Wildhübner hatte für ihre Bewirtung und Recht und Ordnung im Wald zu sorgen.
Die Blüte des Klosters Lorsch endete nach mehr als zweihundert Jahren, so dass 1232 Kaiser Friedrich II. den verfallenden Besitz dem Erzbischof von Mainz schenkte.
Allerdings war Reichenbach bereits früher zuerst als Lehen, dann als Eigentum an einen der Vögte (weltlicher Verwalter) des Klosters Lorsch gefallen und gelangte so in die Hand des Pfalzgrafen, der 1157 Hochvogt für Lorsch wurde.

Die Pfalz tauschte 1561 das obere Lautertal, und damit auch Reichenbach, an die Grafen von Erbach. Damit gehörte Reichenbach bis zum Jahre 1806 zum erbachischen Amt Schönberg.
Damals wurden, nach den Eroberungen Napoleons, große Gebiete Zentraleuropas neu geordnet. Der Landgraf von Hessen- Darmstadt schlug sich auf die Seite Napoleons und avancierte zum Groß- herzog. Er erhielt dafür neue Gebiete, unter anderem die Grafschaft Erbach- Schönberg mit dem Dorf Reichenbach.

Die weitere Entwicklung unseres Dörfchens bis in die neuere Zeit ist schnell erzählt. Nach der Abdankung des Großherzogs 1918 kam Reichenbach zum Volksstaat Hessen, der 1946 in Land Hessen umbenannt wurde.

Nach diversen Wechseln wurde Reichen- bach 1852 dem Kreis Bensheim zugewiesen, der 1938 mit dem Kreis Heppenheim zum Kreis Bergstraße zusammengelegt wurde.


Seit 1972 ist Reichenbach das zentrale Dorf der Großgemeinde Lautertal, die nach einer Gebietsreform in ganz Hessen entstand.
Das Dorf und seine Geschichte
von Heidi Adam
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